Eine Aufzeichnung von vor über 300 Jahren
Vor über 300 Jahren bereiste der Geograf und Reisende Xu Xiake der Ming-Dynastie diese Gegend und beschrieb den Großen Huangguoshu-Wasserfall lebhaft in seinen Reiseaufzeichnungen. Er beschrieb die Szenerie mit den Worten: „Das Wasser stürzt vom Felsen des Baches herab wie Rauch, der in den Himmel steigt, gewaltig und mächtig – selbst Vergleiche wie ‚Perlvorhang‘ oder ‚weißes Seidenband‘ vermögen seine Gestalt nicht zu erfassen.“ – Der reißende Fluss stürzt von hoher Klippe herab, aufgewirbelter Sprühnebel steigt empor, die Wucht ist gewaltig, und selbst Metaphern wie „Perlvorhang“ oder „Seidenband“ können das Ganze kaum beschreiben. Dieser Text machte den Huangguoshu-Wasserfall weithin bekannt und ist bis heute ein Fenster, durch das man ihn betrachtet.
Der Ursprung von „Silberregen auf die Goldstraße“
Die Wassermenge des Huangguoshu-Wasserfalls unterscheidet sich je nach Jahreszeit: In der Hochwasserzeit können über tausend Kubikmeter pro Sekunde herabstürzen, die aufgewirbelten Wassertropfen fliegen weit und fallen sogar auf die Straßen oberhalb des Wasserfalls – selbst an sonnigen Tagen geht man mit Schirm, daher der Beiname „Silberregen auf die Goldstraße“. In der Mittelwasserzeit teilt sich der Wasserfall in mehrere Arme mit unterschiedlichen Formen; in der Trockenzeit ist das Wasser klar und die Felsstruktur tritt hervor. Derselbe Wasserfall zeigt je nach Wasserstand ein anderes Gesicht.
Ein Wasserfall, den man von oben, unten, vorn, hinten, links und rechts betrachten kann
Der Große Huangguoshu-Wasserfall ist etwa 77,8 Meter hoch und rund 101 Meter breit und bildet das Herz der Huangguoshu-Wasserfallgruppe. Er ist einer der wenigen Wasserfälle, die man aus vielen Richtungen – von oben, unten, vorn, hinten, links und rechts – betrachten kann, und verfügt über eine natürliche Wasservorhanghöhle, die hinter dem Wasserfall hindurchführt. In der Höhle kann man das Wasser von innen hören, den Wasserfall betrachten und die Gischt aus der Nähe spüren. Die Wasservorhanghöhle ist etwa 134 Meter lang und hat mehrere Höhlenfenster; durch den unterschiedlich dichten Wasservorhang nach draußen zu blicken, ist ein ganz besonderes Erlebnis.
Warum es sich lohnt, in Ruhe zu schauen
- Wasserfallbetrachtung ist nicht nur „ein Blick“ – aus verschiedenen Richtungen und bei unterschiedlichem Wasserstand erlebt man ganz andere Facetten;
- Wenn man Xu Xiakes Aufzeichnungen im Kopf behält und dann den Wasserfall betrachtet, bekommt die Reise eine zusätzliche zeitübergreifende Dimension;
- Im Wasserfallbereich ist die Luftfeuchtigkeit hoch und der Boden rutschig – rutschfeste Schuhe tragen, Regencape mitnehmen und auf den freigegebenen Wegen bleiben.